Soziologische Aspekte

Analyse des Kletterverhaltens Kletterer sind die verschiedensten Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen. Es sind nahezu alle Altersstufen vertreten, wobei die Mehrheit zwischen 20 und 40 Jahre alt ist. Es sind in erster Linie bewusst lebende Menschen, denen ein körperlicher Ausgleich, Geselligkeit, Kreativität und Spaß besonders wichtig sind.

Die Mehrheit der Kletterer führt ihren Sport in etwa zwei Mal pro Woche aus. Die bevorzugte Kletterzeit ist wochentags am Abend und am Wochenende ganztägig, wobei der Sonntag der frequentierteste Tag der Woche ist. Die Kletterdauer beträgt durchschnittlich 3 bis 4 Stunden.

In den Sommermonaten sind Kletterzentren weniger stark besucht als im Winter, da viele Kletterer draußen am natürlichen Felsen unterwegs sind. Der Sommerbetrieb vom Kletterzentren lohnt sich dennoch, da sie wochentags am Abend von Kletterern mit wenig Zeit gut besucht sind und auch eine gern genutzte Schlechtwettervariante darstellen.

Differenzierung der Kletterer
Die nachfolgende Einteilung der verschiedenen kletternden Gruppen, soll in die jeweiligen Rahmenbedingungen einführen und Hintergründe vermitteln.

Freizeitkletterer (Breitensport): Freizeitkletterer sind die anzahlstärkste Kletterergruppe. Sie sind vor allem auf der Suche nach einem gesamtkörperlichen Ausgleich, wobei die Kombination aus Lust und Leistung im subjektiven Erleben zum Wohlbefinden führen soll. Ein fester Ordnungsrahmen ist nicht erwünscht. Zeit, Dauer und Intensität des Kletterns soll selbst bestimmt werden können. Für den Freizeitkletterer sind vor allem die Kletterdisziplinen Bouldern und das Klettern am Seil (Schwierigkeitsklettern) relevant. Für beide Kletterdisziplinen gibt es ausgewiesene Routen, die in regelmäßigen Abständen erneuert werden, um den Kletterern immer wieder vor neue Herausforderungen zu stellen, die letztendlich den Reiz dieser Sportart ausmachen. (…)

Kurse: Allgemeine Kletterkurse vermitteln Grundwissen aus den Bereichen Sicherheit, Materialkunde und Grundklettertechniken. Sie finden im Kursbereich statt, der sich in einem etwas abgegliederten Bereich der Kletterhalle befinden sollte. Da Kletterkurse ein bedeutendes wirtschaftliches Standbein für das Betreiben einer künstlichen Kletteranlage darstellen, sollte ihr Stattfinden organisatorisch und räumlich immer berücksichtigt werden. Um die Qualität in den Kursen zu garantieren, beträgt die maximale Teilnehmerzahl durchschnittlich 12 Personen.

Klettern im Schulsport: Bei der Einführung des Kletterns in den Schulsport nehmen die Tiroler eine absolute Vorreiterrolle ein. Tirol war das erste österreichische Bundesland, in dem Klettern in den Schulsport Einzug hielt (1994). 1997 wurde Sportklettern von der Tiroler Landesregierung als Sportart anerkannt und in die Tiroler Landessportorganisation aufgenommen, wodurch erste Förderungen für diesen Sport möglich wurden. Bundesweit hinkt man in dieser Entwicklung noch hinterher, einige Länder ringen sogar noch mit der Anerkennung des Sportkletterns als Schulsport.(…)

Therapieklettern: Im Rahmen der Ergo- und Physiotherapie wird Klettern als Medium in Gruppentherapien für Kinder und Jugendliche mit Wahrnehmungsstörungen verwendet. Eine Therapiegruppe besteht aus 6-9 Teilnehmern, die von zwei Therapeuten aus den Bereichen Ergo-, Physiotherapie oder Logopädie und einem Sportkletterinstruktor für Breitensport betreut werden. Die gemeinsame Arbeit von verschiedenen Therapeuten ist sinnvoll, da ein Großteil der Störungs- bzw. Krankheitsfelder bereichsübergreifend auftreten. Für die Durchführung dieses Kurses wird ein abgetrennter Bereich in der Kletterhalle benötigt, um Ablenkung von außen zu vermeiden. (…)

 
Gleichgewichtsparcour im Therapiekletterkurs   Indoor-Hochseilgarten

Erlebnispädagogik: In diesen Bereich fallen alle Kurse und Veranstaltungen für die verschiedensten Gruppen, die in ihrer Konzeption event- und erlebnisorientiert ausgerichtet sind. Die individuellen Konzepte werden in der Regel von den Hallenbetreibern und Erlebnispädagogen gemeinsam definiert.
Typische Veranstaltungen für diesen Bereich sind Kindergeburtstage, Familienklettern, Firmenevents, Projekttage für Schulklassen und soziale Institutionen. Im Mittelpunkt stehen Teamentwicklung und -erfahrung, oft auch Konfliktschulung, dass durch spielerisches Klettern mit einem gewissen Abenteuerflair trainiert werden soll. Veranstaltungsorte können Kursbereiche, Kinderkletterbereiche aber auch Hochseilgärten sein. (…)

Leistungssport betreiben vor allem Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die für Wettbewerbe trainieren. Sie benötigen Wandstrukturen, die in ihrer Steilheit und Höhe wettbewerbsähnliche Situationen darstellen. Im Normalfall können in diesem Bereich dann auch Wettbewerbe auf regionaler oder nationaler Ebene stattfinden. Aufgrund der hohen Anschaffungskosten für diesen wenig genutzten Kletterbereich sollte für eine rein kommerzielle Halle darauf verzichtet werden. Ein solcher Bereich wird normal nur dann eingerichtet, wenn bereits eine kleinere Gruppe von Wettbewerbskletterern existiert