Die Wahl des Bauplatzes ist in wirtschaftlicher Hinsicht und für das äußere Erscheinungsbild der späteren Indoor-Kletteranlage maßgeblich von Bedeutung.
Standortanalyse
Für jeden Bauplatz sollte vor Planungsbeginn unbedingt eine Standortanalyse zum Feststellen der Marktstruktur im Einzugsgebiet stattfinden, wo die folgenden Fragen untersucht werden:
- Makrostandort
- In welcher Lage befindet sich der Bauplatz zum Ortszentrum?
- Welche Anbindungen von Straßen höherer Ordnung (Autobahn / Schnellstraßen) befinden sich im Umfeld?
- Welche Anbindungen an Öffentliche Verkehrsmittel sind vorhanden?
- Gibt es Bildungseinrichtungen, Schulen oder Hochschulen, die als Mitnutzer der Anlage in Frage kommen?
- (…)
- Mikrostandort
- Welche Größe und Zuschnitt hat das Grundstück?
- Welche Sichtbeziehungen und Blicke gibt es zwischen Grundstück und Umgebung?
- Ist der Standort mit dem PKW erreichbar? Besteht eine Straßenanbindung an das Grundstück? Wo gibt es Parkmöglichkeiten?
- (…)
- Analyse von Konkurrenzanlagen
- Befinden sich bereits künstliche Kletteranlagen in der Umgebung?
Wenn ja, wo und wie groß sind diese? - Wo und in welcher Entfernung befinden sich Klettergärten am natürlichen Felsen?
- Befinden sich bereits künstliche Kletteranlagen in der Umgebung?
Bauplatzsituationen
Der Anbau einer überdachten Kletteranlage an einen bestehenden alten Steinbruch eröffnet die Möglichkeit Kletterrouten am natürlichen Felsen und an Kunstwänden anbieten zu können. Ein großes ungelöstes Problem entsteht bei dieser Bauplatzsituation für das Haustechnikkonzept, da durch den direkten Anschluss der großen Steinmasse an das Gebäude ein angenehmes Innenklima kaum erreicht werden kann. Nicht zu vernachlässigen ist auch das erhöhte Gefährdungspotenzial, da gelegentlich Felsmaterial aus der Wand herausfallen kann. Ein weiterer Grund, warum diese Bauplatzsituation nur in seltenen Fällen auftritt, ist die abgelegene Lage der in Frage kommenden Steinbrüche.
Bsp.: Ratho-Projekt in Schottland
Ein typischer Errichtungsort für Kletteranlagen der ersten Stunde sind bestehende Sportanlagen. Es sind vor allem Turn- und Ballsporthallen, Fitnesszentren und Stadienbereiche, in die Klettermöglichkeiten ein oder angebaut wurden. Diese Bauplatzsituationen sind individuell sehr verschieden und befinden sich in den meisten Fällen in der Peripherie oder im Grüngürtel der Städte.
Bsp.: Kletterhalle in Linz, Tivoli in Innsbruck
Kostenersparnis im Baugrund und ähnliche Gebäudevolumen sind die Ursache, warum überdachten Kletteranlagen immer wieder in Industriegebiete positioniert werden. Der Bau erfolgt in vielen Fällen als Neubau mit Industriehülle oder in ausgedienten alten Industriehallen. Eine Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, gute Infrastruktur und städtisches Leben existieren in den wenigsten Fällen in dieser Bauplatzsituation.
Bsp.: ehemalige Messehalle in Dornbirn, fun:hall in Salzburg
Die Errichtung einer Kletteranlage als Anbau an ein bestehendes Einkaufszentrum ist ein Bauplatz mit Zukunft. Die Verbindung von Einkaufszentrum und Sportanlagen scheint logisch, da in beiden Einrichtungen Freizeit verbracht wird. Durch diese Kombination erhalten die oft am Stadtrand gelegenen Einkaufszentren eine zusätzliche Betonung, was sich auf die Innenstädte negativ auswirken wird.
Bsp.: Ursprüngliche Planung für Wien "Sportstadt"
In der Innenstadt sind bis heute nur kleinere Kletteranlagen realisiert worden. Dabei ist Klettern eine räumlich recht flexible Sportart und könnte zur Belebung der Innenstädte beitragen, zumal große Defizite im Freizeit- und Erholungssektor vorhanden sind. Kletterzentren in dieser Lage könnten sich über geschickte Zusatznutzungen im Bereich Gewerbe und Übernachtung unkompliziert ein weiteres wirtschaftliches Standbein schaffen.
Bsp.: Kletteranlage in der Bäckerstraße in Wien, City Adventure Center Graz